ZEITMAKER
1
FuE 2025-00101.202412.2024

Projektbeschreibung

Beschreibungstexte mit BSFZ-Prüfkriterien

Projekttitel

Entwicklung eines KI-gestützten Systems zur automatisierten Analyse und Klassifikation heterogener Sensordaten in Echtzeit-Fertigungsumgebungen

143/200
Ziel und Neuartigkeit
1500 + 500 Zeichen
Prüfkriterien Neuartigkeit
5/5 erfüllt
Ziel
1106/1500
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines neuartigen, KI-gestützten Analysesystems, das heterogene Sensordaten aus unterschiedlichen Fertigungsumgebungen in Echtzeit verarbeiten, klassifizieren und interpretieren kann. Dabei soll ein selbstlernendes Modell entstehen, das — im Gegensatz zu bestehenden regelbasierten Systemen — ohne manuelle Feature-Engineering-Schritte auskommt und sich automatisch an veränderte Prozessbedingungen anpasst. Im Kern geht es um die Überwindung einer zentralen Limitation des Stands der Technik: Aktuelle Systeme zur Prozessüberwachung erfordern domänenspezifische Vorverarbeitung und sind nicht in der Lage, neuartige Fehlermuster eigenständig zu erkennen. Das angestrebte System soll mittels Transformer-basierter Architekturen eine universelle Repräsentation von Sensorzeitreihen erlernen, die sowohl bekannte als auch unbekannte Anomalien zuverlässig identifiziert. Das quantifizierbare Ziel: +65 % Erkennungsrate bei bisher unbekannten Anomalietypen im Vergleich zu regelbasierten Systemen, bei gleichzeitiger Reduktion der Falsch-Positiv-Rate um mindestens 40 %.
Neuartigkeit
722/500
Der Wirtschaftszweig Software & IT-Dienstleistungen setzt bei der Prozessüberwachung in der Fertigung überwiegend auf regelbasierte Systeme (z. B. SPC-Karten, feste Schwellenwerte) oder auf überwachte ML-Modelle, die manuell gelabelte Trainingsdaten benötigen. Der aktuelle Stand der Technik ist dadurch limitiert, dass (a) unbekannte Fehlermuster nicht erkannt werden können und (b) jede neue Fertigungslinie eine aufwändige Neukalibrierung erfordert. Die Wissenslücke besteht darin, dass keine bestehende Lösung eine domainübergreifende, selbstlernende Anomalieerkennung für heterogene Sensordaten bietet, die ohne manuelle Feature-Definition auskommt und gleichzeitig Echtzeitfähigkeit auf Edge-Hardware gewährleistet.
Unwägbarkeit
1000 Zeichen
Prüfkriterien Unwägbarkeit
4/4 erfüllt
Risiko
1028/1000
Risiko 1 — Robustheit bei verrauschten Daten: Der hierarchische Cross-Attention-Mechanismus könnte bei stark verrauschten oder inkonsistenten Sensordaten nicht die erforderliche Stabilität erreichen. Abbruchkriterium: Wenn nach 3 Optimierungszyklen die Erkennungsrate unter Rauschen (SNR < 10 dB) weniger als 60 % beträgt, wird auf einen simpleren Attention-Mechanismus mit festen Gewichten zurückgegriffen. Risiko 2 — Übertragbarkeit des Pre-Trainings: Die synthetisch erzeugten Anomaliemuster könnten die reale Fehlerdistribution nur unzureichend abbilden. Abbruchkriterium: Wenn die Generalisierungsleistung auf ungesehenen Domains unter 45 % liegt, wird ein semi-supervised Ansatz mit minimaler manueller Annotation als Alternative B verfolgt. Risiko 3 — Echtzeitanforderungen auf Edge-Hardware: Es ist nicht gesichert, dass die adaptive Inferenzarchitektur die Ziellatenz von < 50 ms auf dem NVIDIA Jetson AGX Orin einhält. Alternativer Ansatz: Modell-Destillation auf ein kompakteres Netzwerk mit statischer Architektur.
Planmäßigkeit
1000 Zeichen + Arbeitspakete
Prüfkriterien Planmäßigkeit
2/2 erfüllt
Arbeitsschritte
951/1000
Die Forschungsarbeiten folgen einer systematischen DOE-Methodik (Design of Experiments) und gliedern sich in drei Phasen: Phase 1 — Konzeption & Grundlagenuntersuchung (3 PM): Systematische Literaturrecherche zum Stand der Technik. Formale Spezifikation des Sensor-Aware Attention-Mechanismus mittels mathematischer Modellierung. Entwurf der Evaluierungsmethodik und Definition der Benchmark-Datensätze. Phase 2 — Experimentelle Entwicklung (6 PM): Implementierung der Modellarchitektur. DOE-basierte Experimente zu verschiedenen Aufmerksamkeitsvarianten (Full Factorial Design, 3 Faktoren, 5 Stufen). Kontrastives Vortrainierungsverfahren mit synthetischen Anomaliedaten. Iterative Optimierung mittels Bayesian Hyperparameter Search. Phase 3 — Validierung & Transfer (3 PM): Validierung auf industriellen Benchmark-Datensätzen (SECOM, PHM08). Transferuntersuchung auf 3 verschiedene Fertigungsdomänen. Echtzeit-Inferenzanalyse auf Jetson AGX Orin.
Auftragnehmer
100% FuE

TU München — Lehrstuhl für Informatik VI

Prüfkriterien
2/3 erfüllt
Durchführung grundlagennaher Forschungsarbeiten zur Analyse von Aufmerksamkeitsmechanismen in multimodalen Zeitreihen. Bereitstellung annotierter Benchmark-Datensätze aus der Halbleiterforschung.
Auftragnehmer
80% FuE

Fraunhofer IPA Stuttgart

Prüfkriterien
1/3 erfüllt
Bereitstellung von Sensordaten aus industriellen Fertigungsumgebungen für die Validierungsphase. Durchführung von Robustheitstests unter realen Produktionsbedingungen.