Auf einen Blick
13,7% mehr F&E-Ausgaben und 11,4% mehr F&E-Personal bei geförderten Unternehmen Eigenmittel für F&E um rund 20% erhöht, jeder Förder-Euro löst mindestens einen Euro F&E aus 79% der Vorhaben von der BSFZ bescheinigt, nur 2,8% Ablehnung durch das Finanzamt Nur 49% der Unternehmen mit Bescheinigung holen das Geld beim Finanzamt ab Empfehlung des Berichts: Forschungszulage dauerhaft fortführen
Am 10. September 2026 hat die Bundesregierung dem Bundestag den gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierungsbericht zum Forschungszulagengesetz vorgelegt (BT-Drs. 21/7999).Bericht S. III hib-Meldung 15.09.2026 Erstellt haben ihn KMU Forschung Austria, WIFO und ifo für den Zeitraum 2021 bis 2025, und zum ersten Mal wurde die Wirkung der Forschungszulage kausal gemessen, also gegen Kontrollgruppen von Unternehmen ohne Antrag.Bericht S. III Bericht S. 6 Wenn du als CFO oder Founder bisher dachtest, das klingt zu gut, um wahr zu sein: Der Bericht liefert auf 198 Seiten die Zahlen, an denen du das prüfen kannst. Hier sind die sieben Antworten, die für deine Entscheidung zählen.
1. Ja, die Forschungszulage wirkt, und zwar messbar
Was der Bericht sagt: Unternehmen mit positiv beschiedenem Antrag haben ihre F&E-Ausgaben im Durchschnitt um 13,7% und ihr F&E-Personal um 11,4% stärker erhöht als vergleichbare Unternehmen ohne Antrag.Bericht S. 6 hib-Meldung 15.09.2026 Die geförderten Unternehmen haben ihre Eigenmittel für F&E um rund 20% aufgestockt, die Mittel aus staatlicher Förderung stiegen um 16,8%.Bericht S. 77 Daraus ergibt sich eine Brutto-Hebelwirkung von rund 1,0 bis 1,2, jeder Förder-Euro löst also mindestens einen Euro an internen F&E-Ausgaben aus.Bericht S. III Mitnahmeeffekte gibt es, vor allem bei Großunternehmen, die ohnehin nahe an ihrem optimalen F&E-Niveau arbeiten, im Gesamtbild überwiegt laut Bericht aber die Additionalität, gerade bei KMU.Bericht S. 6
Was das für dich heißt: Die Zulage ist kein Steuergeschenk, das im Konzern versickert, sondern ein Instrument, das bei Unternehmen deiner Größe nachweislich zusätzliche Entwicklung finanziert. Für die interne Diskussion ist das ein Argument gegen den Reflex, die Zulage nur mitzunehmen: Wer sie einplant, investiert im Schnitt selbst mehr.
2. Die Hälfte landet in Gehältern, die andere in Kapazität
Was der Bericht sagt: Rund die Hälfte der Zulage geht in Lohnsteigerungen auf, die zweite Hälfte fließt in reale F&E-Kapazitätsausweitungen.Bericht S. 6 Im Nachlauf der Förderung liegt die Zahl der F&E-Beschäftigten bei geförderten Unternehmen im Mittel um rund ein Fünftel höher als in der Kontrollgruppe.Bericht S. 135 Einen Initialeffekt, also Unternehmen, die wegen der Zulage erstmals mit F&E beginnen, konnte die Evaluation dagegen nicht nachweisen.Bericht S. 6 Das Instrument stabilisiert und vertieft bestehende Innovationsarbeit, es stößt sie nicht an.Bericht S. 6
Was das für dich heißt: Die Forschungszulage finanziert die Entwickler, die du ohnehin brauchst, und lässt dich mit denselben Mitteln schneller wachsen. Sie ist kein Grund, eine F&E-Abteilung zu erfinden, die es ohne Förderung nicht gäbe. Wenn dein Team bereits an technisch unsicheren Problemen arbeitet, ist der Hebel da. Wenn nicht, wird ihn die Zulage nicht erzeugen.
3. Kleine Unternehmen profitieren relativ am stärksten
Was der Bericht sagt: Kleine Unternehmen und solche mit geringerer F&E-Intensität zeigen relativ stärkere Zuwächse als Großunternehmen.Bericht S. 6 In absoluten Zahlen sieht es anders aus, denn Großunternehmen erhalten rund 55% des Fördervolumens.Bericht S. 7 Die Bundesstatistik weist für 2020 bis 2024 bei Kleinstunternehmen im Durchschnitt 60.620 € festgesetzte Forschungszulage je Antrag aus, bei Großunternehmen sind es 126.260 €.Bericht S. 60 Bei den Antragstellern dominieren trotzdem die Kleinen: Rund 63% sind Kleinst- oder Kleinunternehmen, 86% der Fälle sind KMU und 18% der Antragsteller sind Start-ups bis fünf Jahre nach Gründung.Bericht S. 5
Was das für dich heißt: Mit einem Team von 8 oder 40 Leuten bist du nicht der Exot im System, sondern der Regelfall. Kleine Unternehmen reagieren stärker auf den Anreiz, obwohl ihre Beträge kleiner sind, und der seit 2024 erhöhte Fördersatz von 35% für KMU verstärkt diesen Anreiz noch.Bericht S. 8 Ein Antrag im mittleren fünfstelligen Bereich ist keine Ausnahme, sondern der typische Fall.
4. Das Risiko ist kalkulierbar, wenn die Begründung stimmt
Was der Bericht sagt: 79% der geprüften Vorhaben wurden von der BSFZ positiv oder teilweise positiv bescheinigt, mit wenig Schwankung über die Jahre.Bericht S. 40 Im zweiten Schritt lehnen die Finanzämter nur rund 2,8% der Festsetzungsanträge ab, und aktuell sind bundesweit fünf Fälle gerichtsanhängig.Bericht S. 63 Die durchschnittliche Dauer bis zum Bescheid der BSFZ liegt über alle Jahre bei 62 Tagen, 2025 waren es bis Ende August durchschnittlich 54 Tage.Bericht S. 39 Der Haken steckt davor: In 59% (2022) bis 67% (2024) der Vorhaben stellt die BSFZ Nachforderungen, im Schnitt 1,3 je Vorhaben.Bericht S. 40 In durchschnittlich 57% dieser Nachforderungen geht es um Risiko und Neuartigkeit des Vorhabens.Bericht S. 41
Was das für dich heißt: Die Forschungszulage ist verfahrenssicher, aber nicht selbstverständlich. Zwei von drei Anträgen müssen nachgebessert werden, und fast immer geht es um dieselbe Frage: Warum ist das technisch unsicher und neu, nicht nur aufwendig? Wer Marktziele statt technischer Zielwerte beschreibt, produziert Nachforderungen und im schlechtesten Fall eine Teilbescheinigung. Dabei gilt: Beim BSFZ kannst du nachbessern und erneut einreichen, final ist erst der Bescheid des Finanzamts. Zum Vergleich: Bei Zeitmaker liegt die Erfolgsquote über alle begleiteten A