Auf einen Blick
Seit dem 7. Juli 2026 nimmt das BMWE keine neuen Anträge im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) mehr an. Für viele forschende KMU klingt das erst mal nach einer schlechten Nachricht. Ist es aber nur bedingt: Die wichtigste F&E-Förderung in Deutschland, die Forschungszulage , läuft ungebremst weiter und hat sogar entscheidende Vorteile. Hier das Update und was ihr jetzt konkret beachten solltet.
ZIM-Antragsstopp seit 7. Juli 2026, 12:00 Uhr, für alle Projektformen und Projektskizzen Bereits eingereichte Anträge und laufende Auszahlungen sind nicht betroffen Wiederaufnahme frühestens Anfang 2027, abhängig vom Bundeshaushalt Forschungszulage als Alternative: Rechtsanspruch, kein Budgetdeckel, kein Antragsstopp
Was genau wurde beim ZIM gestoppt?
Seit dem 7. Juli 2026, 12:00 Uhr, nimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das für das ZIM zuständige Bundesministerium, vorübergehend keine neuen Zuschussanträge mehr an. Wichtig: Der Stopp ist zwar befristet und das Programm selbst wird nicht abgeschafft, wann die Antragsannahme aber wieder startet, ist derzeit völlig offen. Betroffen sind laut offizieller Meldung ausdrücklich alle Antrags- und Projektformen:
FuE-Einzelprojekte
FuE-Kooperationsprojekte
Innovationsnetzwerke
Durchführbarkeitsstudien
auch reine Projektskizzen
Zusätzlich wird die Fristenfestlegung für die zweite Phase bei Innovationsnetzwerken vorübergehend ausgesetzt. Es kommt also nicht nur kein neuer Antrag mehr rein, auch der Fahrplan laufender Netzwerkförderungen verschiebt sich.
Der Grund: Seit dem vierten Quartal 2025 ist die Nachfrage stark gestiegen. Bei begrenzten Haushaltsmitteln sieht sich das BMWE gezwungen, die Antragsannahme zu drosseln, um die verfügbaren Mittel gezielt zu steuern.
Die offizielle Meldung dazu lest ihr direkt beim ZIM-Portal des BMWE sowie beim ZIM-Projektträger AiF Projekt GmbH .
Was bleibt vom Stopp unberührt?
Gute Nachricht für alle, die schon im Verfahren sind:
Bereits eingereichte Anträge werden weiter bearbeitet und bewilligt, sofern die Bedingungen erfüllt sind und Mittel bereitstehen.
Laufende Auszahlungen bereits bewilligter Vorhaben gehen normal weiter.
Anträge im Rahmen internationaler bilateraler und multilateraler Ausschreibungen sind vom Stopp ausgenommen.
Wie lange der Stopp gilt, ist offen. Das BMWE strebt eine Wiederaufnahme für Anfang 2027 an, abhängig davon, wie viel Budget der Bundeshaushalt 2027 hergibt. Eine feste Zusage gibt es nicht.
Aber es gibt eine Alternative: die Forschungszulage läuft weiter
Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Der ZIM-Stopp ist das Symptom eines strukturellen Problems klassischer Zuschussprogramme: Sie hängen an einem begrenzten Fördertopf. Ist der leer, ist Schluss, egal wie gut euer Projekt ist.
Die Forschungszulage funktioniert anders. Sie ist ein steuerlicher Rechtsanspruch. Wenn euer Projekt die Kriterien erfüllt, bekommt ihr die Förderung, ohne Wettbewerb um knappe Budgets und ohne Antragsstopp. Es gibt keinen Topf, der leerlaufen kann.
Und die Konditionen sind 2026 so gut wie nie:
25% Fördersatz für alle Unternehmen, 35% für KMU
Bemessungsgrundlage bis 12 Mio. € pro Jahr, das sind bis zu 4,2 Mio. € Förderung jährlich für KMU
rückwirkend bis zu 4 Jahre möglich, auch für längst laufende oder abgeschlossene Projekte
neu ab 2026: 20% Gemeinkostenpauschale auf die direkten Projektkosten
Auftragsforschung mit 70% ansetzbar
Für die meisten Unternehmen ist die Forschungszulage damit nicht der Notnagel, sondern die bessere Grundförderung, gerade jetzt.
Update August 2026: Die Forschungszulage soll sogar noch ausgebaut werden
Seit Erscheinen dieses Beitrags hat sich die Lage weiter zugunsten der Forschungszulage entwickelt. Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 den Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 beschlossen. Darin stehen zwei Verbesserungen:
Der Förderdeckel je Unternehmen und FuE-Vorhaben steigt von 15 auf 25 Mio. €.
Eine neue Ablaufhemmung schreibt den Fristschutz während des laufenden BSFZ-Verfahrens ausdrücklich ins Gesetz.
Beides ist noch Entwurf, Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen. Der Kontrast ist trotzdem deutlich: Beim ZIM geben die Haushaltsmittel den Takt vor, bei der Forschungszulage zeigt die Richtung nach oben.
Was genau geplant ist, lest ihr in Jahressteuergesetz 2026: Was das für die Forschungszulage bedeutet .
ZIM vs. Forschungszulage im direkten Vergleich
Kriterium ZIM Forschungszulage Art der Förderung Projektbezogener Zuschuss Steuerliche Förderung Zeitpunkt der Förderung Ex-ante, vor Projektbeginn Ex-post, auch bis 4 Jahre rückwirkend Förderquote Bis zu 45% für junge Unternehmen, 55% bei Kooperationen 25%, für KMU 35% Maximale Förderung Bis zu ca. 550.000 € pro Einzelprojekt Bis zu 4,2 Mio. € pro Jahr (KMU, ab 2026) Bewilligungsprozess Wettbewerblich, begrenztes Budget Rechtsanspruch, kein Antragsstopp Bürokratie / Aufwand Hoch (Zwischenberichte, Meilensteine) Moderat Förderfähige Projekte Innovative Vorhaben, oft mit Marktbezug Auch inkrementelle Forschung Zielgruppe KMU und Start-ups mit FuE-Erfahrung Alle Unternehmen Kooperation notwendig? Oft Kooperationsprojekte Inhouse möglich
Wie sich beide Instrumente kombinieren lassen, welche Kosten ihr dabei trennen müsst und was ihr jetzt schon für 2027 planen könnt, steht in ZIM oder Forschungszulage: Welche Förderung passt 2026? .
Der größte Unterschied in der Praxis: Beim ZIM ist das laufende Reporting der Schmerz