Warum die Dokumentation so wichtig ist und wann sie wirklich zählt
Bei der Forschungszulage gibt es praktisch zwei „Welten":
1. BSFZ-Bescheinigung (fachlich/technisch): Hier geht es darum, dass dein Vorhaben überhaupt als F&E anerkannt wird (Projektbeschreibung, Planmäßigkeit etc.).
2. Finanzamt (finanziell/steuerlich): Hier wird geprüft, ob die förderfähigen Aufwendungen wirklich angefallen sind – und genau dafür brauchst du die Forschungszulage Dokumentation. Häufig musst du die Belege nicht sofort mitschicken, aber du musst sie vollständig vorhalten und bei Nachfrage schnell, nachvollziehbar und unveränderbar vorlegen können.
Genau deshalb lohnt sich ein simples Prinzip: Dokumentation nicht „für den Antrag", sondern „für die Prüfung" aufsetzen.
Kann ich die Dokumentation auch rückwirkend noch aufsetzen?
Ja, auch rückwirkend kannst du die Forschungszulage Dokumentation noch sauber aufsetzen – wichtig ist dann vor allem Plausibilität und eine nachvollziehbare Herleitung. Wenn du keine tagesgenaue Zeiterfassung hast, kannst du die F&E-Zeitanteile in vielen Fällen rückwirkend anhand von Projektspuren rekonstruieren (z. B. Tickets, Commits, Sprint-Reviews, Projektpläne/Gantt, Meeting-Protokolle, Deliverables) und daraus Stundenaufzeichnungen ableiten; achte dabei strikt auf die Abgrenzung von Urlaub/Krankheit sowie nicht-förderfähigen Tätigkeiten (Routinebetrieb/Administration).
Entscheidend ist, dass du die Logik dokumentierst (welche Quellen, welche Annahmen, welcher Zeitraum), die Unterlagen GoBD-konform ablegst und am Ende eine konsistente Kette aus Lohnnachweisen/Lohnjournal → Stundenanteil → Projektbezug vorweisen kannst.
Die 4 Dokumentations-Bereiche, die du wasserdicht brauchst
Im Kern musst du deine förderfähigen Kosten sauber einem (oder mehreren) F&E-Vorhaben zuordnen können. Damit das gelingt, solltest du deine Dokumentation in diese Bereiche aufteilen:
Arbeitsverträge (ggf. Übersetzungen, wenn relevant)
Übersicht, welche Personen im F&E-Vorhaben mitgearbeitet haben
Nachweis der Arbeitszeit im F&E-Vorhaben (Stundenzettel/Zeiterfassung)
Sobald Mitarbeitende nicht 100% im F&E-Vorhaben arbeiten (oder in mehreren Projekten unterwegs sind), brauchst du eine belastbare Zeitlogik.
Wichtig: Es gibt keine „eine verpflichtende Vorlage", aber die Doku muss GoBD-konform sein: nachvollziehbar, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet – und möglichst unveränderbar.
Was auf einen guten Stundenzettel gehört (Praxis-Minimum):
Name der Person + Wirtschaftsjahr/Zeitraum
Projektname + (falls vorhanden) Vorhabens-ID
Tages- oder Monatsübersicht der Stunden
kurze Tätigkeitsbeschreibung (damit erkennbar ist, dass es F&E war – nicht Routine/Administration)
Unsere Software kann HR-/Payroll-Daten (z. B. aus Personio) verarbeiten und digitale Stundenzettel automatisiert an Mitarbeitende versenden. Das reduziert manuellen Aufwand, sorgt für einheitliche Strukturen – und macht es später beim Finanzamt deutlich einfacher, die Nachweise zu liefern. So begleiten wir dich mit unserer Forschungszulage Beratung samt eigener Software bis zur Auszahlung.
Eigenleistungen: Wenn Gründer/Gesellschafter selbst entwickeln
Wenn Einzelunternehmer oder Mitunternehmer selbst an der Entwicklung arbeiten, sind Eigenleistungen grundsätzlich ein eigener Dokumentationsblock.
Was du brauchst:
Stundenaufzeichnungen (ähnlich Stundenzettel)
klare Abgrenzung: Was war F&E, was war Management/Vertrieb/Administration?
Plausibilität: Zeitansatz muss zum Projekt und zum Kalender passen (Urlaub/Krankheit etc. nicht als Arbeitszeit ansetzen)
Gerade für founder-led Tech-Unternehmen ist das relevant, weil hier schnell viele Entwicklungsstunden zusammenkommen.
Wirtschaftsgüter und Abschreibungen: Wenn Anlagegüter im Vorhaben genutzt werden
Je nach Projekt können auch Abschreibungen auf bestimmte bewegliche Wirtschaftsgüter relevant sein (z. B. Messgeräte, Prototypen-Anlagen, spezielle Maschinen, Hardware für Testumgebungen).
Was du dokumentieren solltest:
Anschaffungsbelege/Rechnungen
Anlagenverzeichnis / AfA-Nachweis
nachvollziehbare Zuordnung: Wie und in welchem Zeitraum wurde das Wirtschaftsgut im F&E-Vorhaben eingesetzt?
ggf. Nutzungsanteile, wenn das Gut nicht ausschließlich fürs Vorhaben genutzt wurde
klare Abgrenzung zwischen F&E und Routinebetrieb (Bugfixing/Standardbetrieb vs. experimentelle Entwicklung)
Das muss kein Roman sein – aber es sollte für Dritte verständlich sein, was entwickelt wurde, warum es technisch unsicher war und wie ihr vorgegangen seid.
GoBD-Konformität: „Unveränderbar" ist der Knackpunkt
Viele Teams starten mit Excel – das kann funktionieren, aber du solltest dann eine saubere Praxis etablieren, z. B.:
regelmäßige Freigaben
Export/PDF am Periodenende
klare Versionierung/Ablage
Nachvollziehbarkeit der Änderungen
Ein digitales System ist hier meist einfacher, weil es Struktur, Rechte, Freigaben und Archivierung direkt mitdenkt.
Wie lange muss die Dokumentation aufbewahrt werden?
Die Forschungszulage wird häufig rückwirkend beantragt – und Prüfungen können später erfolgen. Deshalb gilt:
Belege und Nachweise langfristig geordnet aufbewahren
so ablegen, dass du sie auch bei Teamwechseln wiederfindest
idealerweise: pro Vorhaben ein sauberer Ordner/Workspace (Kosten, Zeiten, Verträge, Projektspur)
Gemessen an der Förderhöhe hat die Forschungszulage wirklich wenig Dokumentationspflichten
Tooling/Automatisierung (z. B. Personio-Import, digitale Stundenzettel)
klare Ablage und „Prüfungsfähigkeit"
Der Aufwand ist also überschaubar, aber er ist nicht null, und er fällt zum ungünstigsten Zeitpunkt an: dann, wenn das Vorhaben längst läuft. Wer das nicht selbst tragen will, findet in unserer Forschungszulage Beratung den kompletten Ablauf inklusive der Frage, wer welche Nachweise liefert.
Häufige Fragen
Für das Finanzamt brauchst du vor allem Stundenzettel/Zeiterfassung, Lohnnachweise (z. B. Lohnjournal), Nachweise zu Auftragsforschung (Verträge, Rechnungen, Leistungsnachweise) sowie ggf. Anlagen-/AfA-Nachweise für Wirtschaftsgüter. Ergänzend ist eine projektbezogene Entwicklungsdokumentation sinnvoll (Projektplan, Berichte, Protokolle).
Wenn Mitarbeitende nicht vollständig im F&E-Vorhaben arbeiten oder mehrere Tätigkeiten/Projekte haben, sind Stundenzettel bzw. eine projektbezogene Zeiterfassung praktisch der Standard, um den förderfähigen Anteil nachvollziehbar zu belegen.
Es gibt Muster (u. a. vom BMF als Orientierung). Du musst aber nicht zwingend eine bestimmte Vorlage nutzen – entscheidend ist, dass deine Aufzeichnungen GoBD-konform und plausibel sind.
Plane so, dass du Unterlagen mehrjährig sauber vorhalten kannst (Steuerlogik + mögliche spätere Prüfungen). In der Praxis ist eine strukturierte Ablage über mehrere Jahre essenziell.
Oft nicht – aber du musst die Belege vorhalten und bei Nachfrage kurzfristig liefern können. Genau deshalb ist die Forschungszulage Dokumentation so wichtig.
zeitmaker.com bietet eine eigene Software, die u. a. Personio-Daten verarbeiten kann und digitale Stundenzettel an Mitarbeitende versendet. Damit wird die Dokumentation einheitlich, schneller auffindbar und in Prüfungen deutlich leichter vorzeigbar.