Motorblock in einer Spannvorrichtung an der Montagelinie

Forschungszulage für Automobilzulieferer: Liquidität aus eurer Entwicklung

Elektrifizierung, Software, Fahrfunktionen: Die Entwicklungsbudgets laufen weiter, auch wenn in der Zulieferindustrie gerade jeder Euro zählt. Genau diese Entwicklungsarbeit fördert die Forschungszulage mit 25% der förderfähigen F&E-Kosten, für KMU 35%, bis zu 4 Jahre rückwirkend und ohne dass ihr Anteile abgebt. Wir übernehmen den Antrag, ihr investiert weniger als 5 Stunden in 4 Calls.

erfolgsbasiert
100%erfolgsbasiert
rückwirkend möglich
4 Jahrerückwirkend möglich
Erfolgsquote unserer Anträge
92%Erfolgsquote unserer Anträge

Was bei Zulieferern als F&E zählt

Die BSFZ prüft jedes Vorhaben an drei Kriterien. Nicht das Bauteil entscheidet, sondern die offene technische Frage dahinter. Was die einzelnen Merkmale bedeuten:

NeuartigkeitSchöpferischUngewissheitPlanmäßigkeit

Leichtbau und Fügetechnik

Lastoptimierte Struktur- und Karosseriebauteile mit neuen Werkstoffkombinationen, deren Festigkeit in Mischbauweise erst im Versuch belegbar ist.

Batterie, Thermomanagement, Leistungselektronik

Zellmodule, Kühlkonzepte und Leistungselektronik, bei denen Energiedichte, Ladeleistung oder Temperaturverhalten technisch offen sind.

Fahrassistenz und Sensorik

Wahrnehmungs- und Steuerungsalgorithmen für assistierte Fahrfunktionen, deren Robustheit unter realen, wechselnden Umgebungsbedingungen ungewiss ist.

Software und Steuergeräte

Neue E/E- und Zonenarchitekturen, Steuergeräte-Software, sichere Over-the-Air-Updates, bei denen Latenz, Absicherung oder Diagnosefähigkeit technisches Neuland sind.

Neue Fertigungsverfahren

Umform-, Gieß-, Klebe- oder additive Verfahren für Serienbauteile, deren Prozessfenster und Materialverhalten erst erforscht werden müssen.

Prüfstände und Erprobungsträger

Eigene Prüfstände, HiL-Umgebungen und Erprobungsträger, mit denen ihr eine technische Ungewissheit überhaupt erst messbar macht.

Serienanlauf und SOP-Vorbereitung, Werkzeugfreigaben, Prozessfähigkeitsnachweise und die reine Abarbeitung eines Kundenlastenhefts sind in der Regel keine F&E. Förderfähig ist die Phase davor: das Verfahren, das erst funktionieren musste, der Prüfstand, der die offene Frage beantwortet hat, die Software, deren Verhalten unter Realbedingungen ungewiss war. Weil beides im selben Kundenprojekt läuft, entscheidet die saubere Abgrenzung mit über die Höhe der Förderung.

Unsicher, wo bei euch die Grenze zwischen Kundenprojekt und förderfähiger Entwicklung liegt? 5 Minuten im Call reichen für eine erste Einschätzung.

Abgrenzung im Call klären

Welche Kosten ihr ansetzen könnt

Der größte Block sitzt in der Entwicklungsmannschaft, dazu kommen Prüftechnik und externe Entwicklungspartner. Seit dem 28.03.2024 zählen auch Prüfstände dazu, ab 2026 kommt die Gemeinkostenpauschale hinzu.

Personalkosten
Zu 100% ansetzbar: Entwicklung, Konstruktion, Versuch, Applikation, Software, anteilig nach F&E-Zeit
Auftragsforschung
70% des Entgelts externer F&E-Aufträge (für Aufwendungen bis 27.03.2024: 60%), Auftragnehmer mit Sitz in EU/EWR. Entwicklungsdienstleister außerhalb des EWR zählen nicht
Prüfstände und Erprobungsträger
Abschreibungen auf neu angeschaffte bewegliche Wirtschaftsgüter bei ausschließlicher F&E-Nutzung (Anschaffung nach dem 27.03.2024)
Gemeinkostenpauschale
20% pauschal auf die direkten Projektkosten, für Vorhaben mit Beginn ab 2026
Eigenleistungen
100€/h für Tätigkeiten ab 2026 (bis Ende 2025: 70€/h), für Einzelunternehmer und Mitunternehmer, max. 40 Stunden pro Woche
Fördersatz
25% der förderfähigen Aufwendungen, 35% für KMU
Bemessungsgrundlage
Bis 12 Mio.€ pro Jahr ab 2026 (28.03.2024 bis Ende 2025: 10 Mio.€, davor 4 Mio.€); bei rückwirkenden Anträgen gelten die damaligen Höchstbeträge

Häufige Zweifel

Drei Sätze, die Zulieferer vom Antrag abhalten

Diese Sätze hören wir in Erstgesprächen mit Zulieferern immer wieder, und was wirklich gilt:

„Das ist ein Kundenprojekt für einen OEM, da bleibt für uns nichts.“

Entwickelt ihr auf eigene Rechnung und tragt das technische Risiko, kann der Entwicklungsanteil eures Kundenprojekts eure eigene F&E sein. Maßgeblich sind Risiko, Ergebnisse und Schutzrechte, nicht das Etikett „Kundenprojekt“. Bei echter Auftragsforschung ist dagegen der Auftraggeber anspruchsberechtigt, deshalb sehen wir eure Verträge vor dem Antrag an.

„Wir haben keine eigene Vorentwicklungsabteilung.“

Die Forschungszulage fragt nach dem Vorhaben, nicht nach dem Organigramm. Gezählt wird die F&E-Zeit derer, die die technisch offene Frage bearbeitet haben, in Konstruktion, Versuch, Applikation oder Software, auch anteilig neben dem Serienprojekt. Was danach kommt, Werkzeugfreigabe, Prozessfähigkeit, Requalifizierung, wird im Antrag abgetrennt.

„Der Prüfstand ist eine Investition, für die Forschungszulage bringt der nichts.“

Anschaffungen ab dem 28.03.2024 zählen über die Abschreibung, wenn das Wirtschaftsgut ausschließlich im F&E-Vorhaben läuft. Serienprüfung oder Kundenabnahmen nebenbei schließen es aus, deshalb die Nutzung von Anfang an dokumentieren.

Ihr erkennt euch in einem dieser Sätze wieder? Dann klären wir im Call, was bei euch tatsächlich zählt.

Förderfähigkeit im Call prüfen

8 Vorteile

Warum ist die Forschungszulage eine gute Fördermöglichkeit?

Im Vergleich zu klassischen Förderprogrammen ist die Forschungszulage für die meisten Unternehmen die bessere Wahl.

  • 1

    Rechtsanspruch

    Kein Wettbewerb um Budgets: Wenn die Kriterien erfüllt sind, muss gefördert werden.

  • 2

    Bis zu 4 Jahre rückwirkend

    Auch abgeschlossene Projekte können noch gefördert werden.

  • 3

    Branchenoffen

    Software, Maschinenbau, MedTech, Bau: F&E ist F&E, egal in welcher Branche.

  • 4

    Auch ohne Gewinn

    Keine Steuerlast nötig, die Zulage wird als Gutschrift ausgezahlt.

  • 5

    Weniger Bürokratie

    Kein Projektplan vorab, keine Zwischenberichte, kein Verwendungsnachweis.

  • 6

    Voll digitaler Prozess

    Antrag über BSFZ-Portal und ELSTER, kein Papier, kein Postweg.

  • 7

    Thematisch offen

    Kein starrer Themenkatalog: Produktentwicklung, Prozessinnovation, alles zählt.

  • 8

    Breite Kostenbasis

    Personalkosten, Auftragsforschung und Wirtschaftsgüter sind förderfähig.

Häufige Fragen aus der Automobilindustrie

Vorhaben, in denen ihr eine technische Ungewissheit systematisch auflöst: Leichtbau und neue Fügeverfahren, Batterie- und Antriebstechnik, Thermomanagement, Leistungselektronik, Wahrnehmungs- und Steuerungsalgorithmen für Fahrfunktionen, E/E-Architektur und Steuergeräte-Software sowie neue Fertigungsverfahren für Serienbauteile. Eine Weltneuheit braucht es nicht, wohl aber Neuheit gegenüber dem Stand der Technik, ein echtes technisches Risiko und ein planmäßiges Vorgehen.
In der Regel nicht. Serienanlauf, Werkzeugfreigaben, Prozessfähigkeitsnachweise, Requalifizierung und laufende Serienbetreuung sind Industrialisierung. Förderfähig ist die Entwicklung davor, also die Phase, in der Verfahren, Werkstoff, Bauteil oder Regelung technisch noch offen waren. In der Praxis liegt beides im selben Kundenprojekt, deshalb braucht der Antrag eine nachvollziehbare Trennung nach Zeitraum, Arbeitspaketen und Personen. Beim BSFZ lässt sich nachbessern, beim Finanzamt wird nach unserer Erfahrung leichter gekürzt als nachbewilligt.
Das hängt vom Einzelfall ab und ist einer der heikelsten Punkte in der Branche. Maßgeblich ist, wer das technische Entwicklungsrisiko trägt und wem Ergebnisse und Schutzrechte zustehen. Bei echter Auftragsforschung ist der Auftraggeber anspruchsberechtigt und kann 70% des Entgelts ansetzen, sofern der Auftragnehmer seinen Sitz in der EU oder im EWR hat. Entwickelt ihr dagegen auf eigenes Risiko und behaltet die Rechte, kann es eure eigene F&E sein. Eine pauschale Zusage gibt es hier nicht: Das gehört anhand eurer Verträge geprüft, bevor der Antrag rausgeht.
Ja, unter einer klaren Bedingung. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die ab dem 28.03.2024 angeschafft oder hergestellt wurden, sind die Abschreibungen ansetzbar, wenn das Wirtschaftsgut ausschließlich im begünstigten F&E-Vorhaben genutzt wird. Mischnutzung mit Serienprüfung oder Kundenabnahme schließt das aus. Der Bau von Erprobungsträgern und Prototypen ist dagegen keine eigene Kostenkategorie, sondern F&E-Tätigkeit: Er fließt über die Personalkosten der Beteiligten und die Abschreibungen der genutzten Wirtschaftsgüter in die Bemessungsgrundlage ein, sofern er Teil des F&E-Vorhabens ist und dem Validieren, Testen und Iterieren dient. Reiner Vorserienbau zählt nicht.
Personalkosten für Entwicklung, Konstruktion, Versuch, Applikation und Software sind der größte Block und zu 100% ansetzbar, anteilig nach F&E-Zeit. Dazu kommen Auftragsforschung mit 70% des Entgelts bei Auftragnehmern aus EU/EWR und Abschreibungen auf Prüfstände bei ausschließlicher F&E-Nutzung. Ab 2026 neu: eine Gemeinkostenpauschale von 20% auf die direkten Projektkosten für neu beginnende Vorhaben und 100€/h für Eigenleistungen von Einzelunternehmern und Mitunternehmern, bis Ende 2025 sind es 70€/h. Der Fördersatz liegt bei 25%, für KMU bei 35%, die Bemessungsgrundlage ab 2026 bei bis zu 12 Mio.€ pro Jahr (28.03.2024 bis Ende 2025: 10 Mio.€, davor 4 Mio.€).
Ja, und genau das macht sie in der aktuellen Lage relevant. Laut der Oliver-Wyman-Automobilzuliefererstudie 2026 wurden 2025 allein 59 Insolvenzen deutscher Zulieferer mit über 10 Mio.€ Umsatz gezählt, bei EBIT-Margen verbreitet unter 5%. Die Forschungszulage wird über den Steuerbescheid angerechnet und kann als Auszahlung wirken, wenn keine Steuer zu zahlen ist. Sie ist damit Liquidität aus bereits geleisteter Entwicklungsarbeit, ohne neue Gesellschafter und ohne Verwässerung. Wie es sich steuerlich genau auswirkt, hängt vom Einzelfall ab.
Ja. Aufwendungen lassen sich rückwirkend geltend machen, solange die Festsetzungsfrist des jeweiligen Steuerbescheids läuft, regelmäßig 4 Jahre. Der genaue Beginn hängt unter anderem davon ab, wann die Steuererklärung abgegeben wurde. Für Zulieferer ist das oft der größte Hebel, weil die Entwicklungsprojekte der Elektrifizierungs- und Softwarewelle längst gelaufen sind.

Sprecht mit Leuten, die eure Entwicklung verstehen

Im Erstgespräch klären wir, welche eurer Vorhaben über Serienbetreuung und Kundenlastenheft hinausgehen und welche Kosten ihr realistisch ansetzen könnt. 5 Minuten reichen für eine erste Einschätzung, ohne dass eure Entwickler dafür Tage investieren.

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